Artenhilfsprojekt Rotmilan Rhön

„Der Segler der Lüfte im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön“.
Artenhilfsprojekt für den Rotmilan – Rhön ist Hot-Spot-Region für den bedrohten Greifvogel.

Er ist der „Segler der Lüfte“ und zugleich der größte Tag-Greifvogel im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Typisch ist sein lautes „Wieehhh…“, mit dem er sich auf seine Beute stürzt, diese ergreift und zurück zum Horst fliegt, wo die Jungen schon hungrig warten. Damit das so bleibt, gibt es im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön das „Artenhilfsprojekt Rotmilan Rhön“. Mit bis zu 200 Brutpaaren zählt die Rhön zu den Hauptverbreitungsgebieten des Rotmilans weltweit. Damit ergibt sich eine besondere Verantwortung für den Charaktervogel.

Der Rotmilan findet als Zugvogel im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön im Sommerhalbjahr einen gut gedeckten Tisch, denn die Rhön ist reich an Grünland. Wenn ein Traktor die Felder und Wiesen mäht, gibt es dort Mäuse zuhauf. Im Frühjahr und Herbst nutzt der Greifvogel die Äcker. Er ist angewiesen auf eine kleinbäuerlich bewirtschaftete Kulturlandschaft und bevorzugt die Kombination aus Offenland, Waldrandlage und kleinen Waldteilen. Genau das bietet ihm die Landschaft im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, die darüber hinaus durch eine sehr extensive Landbewirtschaftung geprägt ist.

Ein Hauptfeind des Rotmilans: Windkraftanlagen

Ein Feind des Rotmilans ist die intensivierte Landwirtschaft mit erhöhtem Dünger- und Pestizideinsatz. Ist sein Futter – darunter Mäuse oder andere Kleinsäuger – vergiftet, bedeutet dies auch das Ende für ihn selbst. Der Anteil an z. B. Mais- und Rapsäckern hat in den letzten Jahren auch in der Rhön zugenommen. Der hohe Aufwuchs dieser Kulturen führt aber dazu, dass der Milan gerade dann, wenn er den höchsten Nahrungsbedarf in der Zeit der Aufzucht der Jungen hat, immer weniger Nahrung findet.

Eine zunehmende Gefahr stellen Windkraftanlagen dar, weil Rotmilane in deren Umgebung auf der Suche nach Aas sind und oft von den schnell drehenden Rotoren erschlagen werden. Auch tierische Feinde wie Marder oder Waschbär machen dem Bestand des Rotmilans zu schaffen: Sie plündern die Gelege.

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Angewiesen auf viele ehrenamtliche Naturschützer

Der für die Rhön charakteristische Wechsel von Wald mit Wiesen, Weiden und Äckern sowie vielen Quellen und Bachläufen führt zu einer hohen biologischen Vielfalt und damit auch zu einem guten Nahrungsangebot für den Rotmilan. Damit das in Zukunft so bleibt, haben die in der Regionalen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön vereinten Landkreise Bad Kissingen, Fulda, Rhön-Grabfeld, Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis ein spezielles Rotmilan-Schutzprojekt auf den Weg gebracht, das 2014 an den Start ging. 75 Prozent der Kosten werden aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ des Bundesamtes für Naturschutz finanziert. Den Rest müssen die fünf Landkreise und die Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön selbst aufbringen. Allerdings ist das Projekt nur mit vielen ehrenamtlich Tätigen in die Praxis umzusetzen, die sich aktiv im Naturschutz engagieren.

Gelingt das ganz große Ziel?

Das Rotmilan-Projekt der Rhön fördert nicht nur den Erhalt des Rotmilans als gefährdete Art, sondern trägt zum Schutz der typischen Lebensräume in der Rhön und damit auch zum Schutz anderer Arten bei. Es verfolgt eine Erhöhung des Grünlandanteils und will den Anbau von Hackfrüchten (z. B. Kartoffeln, Zuckerrüben) und Luzerne (eine Kleeart) fördern. Außerdem sollen an den Horstbäumen Schutzmanschetten installiert werden, die das Heraufklettern von Nesträubern, beispielsweise des Waschbärs, verhindern. Der Rotmilan soll sich als Leitart im UNESCO-Biosphärenreservat etablieren – das ist das große Ziel des Schutzprojekts.