Birkwild in der Rhön

Im Einsatz für den „Schwarzen Ritter mit roten Rosen“.
Wird das Birkhuhn bleiben? Das Projekt „Birkwild in der Rhön“ tut alles dafür!

Es ist ein „Nordlicht“ und erst mit der Eiszeit nach Mitteleuropa gekommen: das Birkhuhn. Die Rhön ist eines der letzten außeralpinen Gebiete, in denen das Birkhuhn beheimatet ist. Doch gibt es derzeit kaum mehr als 25 Tiere dieser Art. Kann das reichen, um einen auf Dauer lebensfähigen Bestand zu sichern? Innerhalb des Projekts „Birkwild in der Rhön“ wird viel dafür getan, dass sich das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön auch in Zukunft mit dem „Juwel“ Birkhuhn schmücken kann.

Ende der 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts balzten in der Langen Rhön noch bis zu 300 Hähne. Heute gilt die Rhöner Population als akut vom Aussterben bedroht. Mit der Wiederkehr der Wälder in die Landschaft und der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft ging die Zahl der „Schwarzen Ritter mit roten Rosen“ dramatisch zurück. Genannt werden die Hähne so, weil sie ein tiefschwarzes Federkleid und einen intensiv roten Kamm tragen.

Dem Lebensraum eine vielfältige Struktur geben

2002 wurde in der Hessischen Rhön ein Birkwildhegering gegründet. „Naturfreunde, Jäger und Ornithologen sowie Naturschützer kümmern sich gemeinsam um den Lebensraum der Bodenbrüter. Dabei arbeiten wir intensiv mit den bayerischen Kollegen zusammen“, sagt Koordinator Georg Sauer. In Bayern versucht die Wildland Stiftung ihr Möglichstes, um das Birkhuhn in der Rhön zu erhalten. „Wir müssen den Lebensraum neu gestalten – ihm eine vielfältige Struktur geben“, erläutert Torsten Kirchner. Das bedeutet: Der zu hohe Bewuchs des Offenlandes muss entfernt werden. Beeren wie Heidelbeeren sind eine wichtige Nahrungsquelle für das Birkhuhn – kleine Heidelbeersträucher brauchen daher genug Raum, um sich zu entwickeln.

Erfolgreiches Auswilderungsprojekt

Die Aussichten, das Birkhuhn in der Rhön erhalten zu können, werden von den Experten als durchaus möglich eingeschätzt. Deshalb wurde vor einigen Jahren erfolgreich ein wohl einmaliges Auswilderungsprojekt gestartet. Tiere aus Schweden wurden in der Langen Rhön angesiedelt, um den geschrumpften einheimischen Bestand genetisch aufzufrischen. Noch vier Jahre läuft dieses Projekt.

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Viele Tier- und Pflanzenarten profitieren vom Projekt

Dort, wo das Birkhuhn ist, gibt es auch andere Bodenbrüter, die selten in ihrer Art oder gar vom Aussterben bedroht sind. Das heißt: Geht das Birkhuhn, dann wird es kaum noch die Bekassine, den Wachtelkönig, den Steinschmätzer, den Wiesenpieper oder das Braunkehlchen geben. Das Projekt „Birkwild in der Rhön“ kommt also nicht dem Birkhuhn allein zugute, sondern einer ganzen Reihe von Tier- und letztlich auch Pflanzenarten.

Kampf gegen die natürlichen Feinde

Viele ehrenamtliche Helfer sind nötig, um das nahezu Unmögliche zu schaffen: die Stabilisierung des Birkwild-Bestandes in der Langen Rhön. Dazu gehört es, natürliche Feinde wie Fuchs, Dachs, Waschbär & Co. zu minimieren. Auch das Rotwild muss im Zaum gehalten werden. Gelingt es nämlich dem Birkhuhn, sein Gelege auszubrüten und aufzuziehen, dann kann auch das ganz große Ziel der Naturschützer im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön Wirklichkeit werden. Allein im Birkwildhegering Hessische Rhön kämpfen derzeit 70 Mitglieder um das Überleben der seltenen Art. Die Wildland Stiftung Bayern arbeitet mit vielen Partnern zusammen, um dem Birkhuhn in der Rhön weiter eine Chance zu geben, beispielsweise mit dem Bayerischen Naturschutzfonds.