Rhöner Apfelinitiative

Rhöner Äpfel & Co. sind wieder voll in!
Auch heute sind Ideen und Visionen für das Rhöner Streuobst gefragt und dringend nötig.

Fast wäre das Obst von den Rhöner Streuobstwiesen für immer von der Bildfläche verschwunden. Doch 1995 gründeten einige „Apfel-Verrückte“, wie sie häufig genannt wurden, die „Rhöner Apfelinitiative“. Heute ist daraus eine regelrechte Massenbewegung geworden. Sie hat ein Ziel: den Erhalt der Sortenvielfalt des Rhöner Streuobstes und damit auch der Artenvielfalt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Nun liegen Rhöner Äpfel & Co. zum Glück wieder voll im Trend.

Fast nirgendwo sonst in Deutschland gibt es noch so viele Streuobstwiesen wie in der Rhön, die sich wie ein Gürtel um die Dörfer ziehen. Auf ihnen wachsen nicht nur jahrhundertealte Sorten von Apfel, Birne, Zwetschge und weiterem Streuobst. Vielmehr sind sie auch Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere wie dem Steinkauz, dem Baumläufer, dem Wiedehopf oder dem Siebenschläfer. Damit das in Zukunft auch so bleibt, engagiert sich die „Rhöner Apfelinitiative“.

Das Aus für Rhöner Streuobst schien besiegelt

Ohne die „Rhöner Apfelinitiative“ wäre die Situation anders: Es würde keine innovativen Produkte wie Apfelsherry, sortenreine Apfelweine, alkoholfreie Apfelseccos, Apfelsenf, Apfeltrester-Paniermehl oder das beliebte Apfel-Bier geben, und auch die Artenvielfalt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön hätte wohl einen riesigen Einbruch erlebt. In den 80er-Jahren hatte die Wertschätzung für einheimisches Streuobst nämlich einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Durch neue Wohngebiete verschwanden immer mehr Streuobstgürtel am Rande der Orte. Das Aus für Rhöner Streuobstsorten schien besiegelt.

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Ideengeber für viele Apfel-Visionen

„Heute feiern Äpfel aus der Rhön wieder eine Renaissance. Rhöner Obstbauern, Kelterer, Gastronomen und Naturschützer haben sich zusammengetan, um die ökologisch wertvollen Streuobstwiesen wieder aufleben zu lassen und neue Erwerbsquellen zu erschließen. Die ‚Rhöner Apfelinitiative’ versteht sich dabei als Ideengeber und Koordinator für viele Apfel-Visionen“, sagt der Vorsitzende Jürgen Krenzer aus Ehrenberg-Seiferts.

Vom Adamsapfel bis zur Zabergäu-Renette

Unternehmer der Rhön und rund 2.000 Rhöner Apfelbauern aus der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön ziehen heute an einem Strang, um sich gemeinsam für die Vermarktung von Rhöner Apfelprodukten starkzumachen. „Der Erhalt der Sortenvielfalt der Rhöner Äpfel ist das zentrale Anliegen von uns. Immerhin gibt es rund 500 verschiedene Sorten – vom Adamsapfel bis zur Zabergäu-Renette. Das ist ein unwahrscheinlich großer Beitrag zur Artenvielfalt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön“, unterstreicht Krenzer. Ebenso haben ortsansässige Baumschulen mittlerweile wieder eine Vielzahl robuster Rhöner Sorten im Sortiment.

Kreative Ideen und Visionen herzlich willkommen!

Um es den Obstbauern einfach zu machen, hat die „Rhöner Apfelinitiative“ ein Netz von Annahmestellen geschaffen, welches kurze Wege ermöglicht. Und: Nirgendwo in Deutschland wird das Qualitäts-Obst so geschätzt! Die Wertschöpfung für die Region, die aus der Vermarktung des Rhöner Apfels resultiert, ist aktuell zwar zufriedenstellend, aber durchaus noch ausbaufähig. „Der Verbraucher hat es letztlich in der Hand, ob er beim Discounter billigen Saft kauft, dessen Herkunft völlig unbekannt ist, oder ob er ein qualitativ hochwertiges Produkt erwirbt, das zu 100 Prozent regional und handwerklich hergestellt ist“, gibt Jürgen Krenzer zu bedenken. Der Rhöner Apfel habe in der Rhön noch großes Potenzial nach oben. „Das wird eine Herausforderung für die Zukunft sein. Wir brauchen also auch heute, genau wie vor 20 Jahren, dringend Ideen und vor allem Visionen.“