Schutzprojekt Rhönschaf

Tolle Naturabenteuer mit den Rhönschafen.
Die erfolgreiche Rückkehr des Rhönschafs ist gelungen – einmaliges Artenhilfsprojekt!

Für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ist das Rhönschaf der Sympathieträger schlechthin – die Kinder besitzen es als Kuscheltier oder erleben tolle Naturabenteuer mit Rhönschafen. Dabei wäre das Tier mit dem schwarzen Kopf fast ausgestorben. Heute gibt es in der Rhön wieder 3.000 Muttertiere. Die erfolgreiche Rückkehr ist vielen Partnern zu verdanken – Behörden und Institutionen, Vereinen und Verbänden, aber auch engagierten Schäfern aus der gesamten Rhön.

Vorreiter waren beispielsweise der Bund Naturschutz in Bayern oder der BUND Hessen, die mit Geld und dem Know-how der Schäfer Tierbestände wieder neu aufgebaut haben. Auch in Thüringen haben viele Partner mit dazu beigetragen, dass das Rhönschaf dort bleiben kann, wo es ursprünglich herkommt: im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. In Thüringen gibt es momentan sogar die meisten Tiere.

Ein wahrhaft „königliches Schaf“

Die Rhön weist heute wieder den weltweit größten Bestand an Rhönschafen auf. Die braucht das Mittelgebirge auch dringend. Nur mithilfe der speziell an das raue Klima angepassten Rasse kann es nämlich das „Land der offenen Fernen“ bleiben, das so viele unvergessliche Ausblicke beschert. Rhönschafe helfen durch ihr natürliches Verhalten, den wertvollen Kalkmagerrasen zu erhalten, auf dem auch seltene Orchideen gedeihen. Und aus der regionalen Küche ist das Tier längst nicht mehr wegzudenken. Schon Napoleon war ein Liebhaber des Rhönschafs: Nach seinem Rückzug nach Paris veranlasste er sogar den Import dieser Tiere. Auf den französischen Speisekarten finden sie sich noch heute unter dem Namen „mouton de la reine“, was so viel wie „königliches Schaf“ bedeutet.

Rhönschafe erleben – das ist Action pur

Ein besonderes und beispielgebendes Projekt innerhalb des Artenhilfsprojekts für das Rhönschaf ist das Teilprojekt „Jedem Kind sein Rhönschaf“ in Nüsttal-Silges. Hier entstand 2011 die Idee, eine Streuobstwiese am Ortsrand zu pflegen, um den ökologisch wertvollen Lebensraum zu erhalten und zu fördern. Pflege, das war für den Silgeser Arnold Will klar, funktioniert am besten mit Schafen. Inzwischen erleben rund 30 Kinder Action pur mit dem Rhönschaf. Rhönschäfer Klaus Keidel aus Gersfeld-Schachen überlässt ihnen für die warmen Monate im Jahr neun Rhönschafe, die sie dann eigenverantwortlich betreuen. Die Schafe brauchen reichlich Futter und müssen auf andere Wiesen umgetrieben werden. Sie brauchen Pflege – müssen also geschoren werden und bekommen die Klauen geschnitten. All das wird innerhalb des Projekts in Form von Aktionstagen erlebbar.

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„Jedem Kind sein Rhönschaf“ — Ein tolles Dorfprojekt

2013 wurde das Projekt „Jedem Kind sein Rhönschaf“ mit dem Deutschen Naturschutzpreis ausgezeichnet. Das Preisgeld wurde unter anderem zur Anschaffung eines alten Schäferwagens und für seine Neugestaltung verwendet. Inzwischen ist der Schäferwagen nicht nur ein Treffpunkt für die Kinder des Dorfes neben der Schafwiese, sondern auch ein Platz zum gemeinsamen Übernachten mit den Eltern. „Somit ist ein Raum für wohnortnahe Erlebnisse mit der Familie entstanden – ein echtes soziales Dorfprojekt eben. Unser Projekt vereint Verantwortung, Toleranz, Gemeinschaftssinn, Umweltbildung und Naturerfahrung“, freut sich Arnold Will.